Astronomie-BLOG | Weltall für die Augen

Tanz der Materie auf der Sonne • 5 Jahre SDO

Spektakuläre Bilder unserer Sonne aus nächster Nähe  – aufgenommen durch das SDO (Solar Dynamics Observatory) der NASA.

Bearbeitung des Video-Materials inkl. Zusatzinfos durch abenteuer-sterne.de

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Tanz der Materie auf der Sonne

Dieses Video von abenteuer-sterne.de fasst die Highlights aus 5 Jahren Sonnenbeobachtung durch das SDO (Solar Dynamics Observatory) der NASA zusammen. Der SDO-Satellit befindet sich auf einer geosynchronen Umlaufbahn und beobachtet pausenlos die Sonne. Aufgenommen wurden diese spektakulären Bilder fast alle im extrem harten UV-Licht, also zwischen 13,1 und 30,4 Nanometer Wellenlänge. Zum Vergleich: der für das Auge sichtbare Wellenlängenbereich des elektromagentischen Spektrums liegt ca. zwischen 400 und 800 nm.

Die Bilder zeigen im Zeitraffer die gewaltigen Vorgänge, die direkt über der knapp 6000°C heißen Sonnenoberfläche (=Photosphäre) zu beobachten sind: nämlich in der Sonnenatmosphäre. Diese Gas-Schichten der Atmosphäre bestehen aus der Chromosphäre (ca. 2000 km dick, bis zu ca. 10.000 °C heiß), die fließend innerhalb von mehreren tausend Kilometern in die rund 1-2 Millionen °C heiße Korona übergeht. Dort ist das Plasma nahezu vollständig ionisiert (d.h. elektrisch leitfähig).

Ein Live-Bild der Sonne sehen Sie: ► HIER

 

Wie entstehen Sonneneruptionen, Flares & Protuberanzen?

Alle im Video gezeigten Vorgänge auf der Sonne entstehen durch das Magnetfeld bzw. die Magnetfeldenergie der Sonne. Die dunklen Sonnenflecken beispielsweise treten immer dort in Erscheinung, wo ein ganzes Bündel an Magnetfeldschläuchen eng gepackt durch die Photosphäre stößt. An diesen Stellen ist es kühler und so erscheinen sie dunkler. Oberhalb der Photosphäre ist das heiße Plasma in diesen Schläuchen eingesperrt und richtet sich an den Feldlinien aus. Dadurch werden in der Sonnenatmosphäre die Magnetfelder in ihren unterschiedlichsten Erscheinungs- und Bewegungsformen sichtbar. Über der Sonnenoberfläche sagt man zu diesen langgezogenen, filigranen Strukturen Filamente. Am Sonnenrand spricht man von Protuberanzen.

Berühren sich solche Schläuche, kann es infolge von magnetischen „Kurzschlüssen“ zu Eruptionen (Flares) kommen. Das sind (bis zu gut zehn Erddurchmesser große) Gebiete innerhalb der Chromosphäre mit stark erhöhter Strahlung und teils mit Materialauswurf, der aber aufgrund der Schwerkraft der Sonne wieder zurück „regnet“. Die bei diesen Reorganisationen der Magnetfelder freigesetzte Energie kann aber nicht nur das Plasma stark aufheizen (wodurch eben solche Röntgen-Flares und auch eruptive Protuberanzen entstehen können). Es kann bei ausreichender Energie auch (parallel) zu einem sogenannten koronalen Masseauswurf (CME) kommen. Bei diesem Prozess werden gigantische Mengen an heißem Plasma ausgestoßen, die dann – von Magnetfeldern zusammengehalten – mit bis zu einigen Millionen km/h schnell ins All hinaus rasen. Sind diese zufällig in Richtung Erde unterwegs, so ist ein paar Tage später ein geomagentischer Sturm möglich, durch den dann Polarlichter über den Erdpolen entstehen können.

Videobearbeitung: abenteuer-sterne.de.

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