Sternenpark Winklmoosalm

Eine der dunkelsten Ecken in Bayern

Sterne ohne Ende

Zertifizierter IDA Dark-Sky-Park | 1. Sternenpark in den Alpen

Sternenpark Winklmoos-Alm

  
Die International Dark-Sky Association (IDA) hat der Winklmoos-Alm am 27. April 2018 das Zertifikat „International Dark-Sky Park“ erteilt. Die Winklmoosalm ist damit der 1. Sternenpark in den Alpen. Bundesweit gesehen ist die Winklmoosalm nun der vierte IDA-zertifizierte Sternenpark in Deutschland.

Initiator des Sternenparks Winklmoosalm: abenteuer-sterne.de

 

Das Foto im Titel zeigt die Winklmoosalm und den darüber liegenden Sternenhimmel im sogenannten „Little Planet“ Format. Dies ensteht, wenn man ein 360-Grad-Panoramafoto der Alm (das ein Kugelformat aufweist) in die Ebene abbildet.

 

Zertifikat-Übergabe „Sternenpark Winklmoosalm“ in Namen der International Dark-Sky Association


 

Fernsehbericht des Bayerischen Rundfunks zum Sternenpark (10.7.18)


 


 
 

Was ist ein Sternenpark?

 

Durch immer mehr menschengemachtes, künstliches Licht werden die Nächte weltweit immer heller und heller (Stichwort: Lichtverschmutzung). Im gleichen Maß wie das Bruttoinlandsprodukt wächst, steigt auch die Aufhellung des Nachthimmels durch Kunstlicht. Es gibt also immer weniger Gebiete, die noch einen nahezu natürlich dunklen Nachthimmel aufweisen. Das gilt natürlich auch für den Himmel über Deutschland und Bayern. Von den rund 3000 Sternen, die man normalerweise unter einem sehr dunklen Nachthimmel mit bloßem Auge sehen würde, sieht man immer weniger und weniger. Gleichzeitig sterben durch den inflationären Einsatz von nächtlichem Kunstlicht immer mehr Insekten in mittlerweile dramatischen Ausmaßen und ganze Ökosysteme werden aus ihren Angeln gehoben – mit fatalen Folgen für Natur und Mensch …
 
Aus diesen Gründen macht es Sinn, die wenigen dunklen Gebiete, die es auf diesem Planeten noch gibt, zu schützen und zu bewahren – im Hier und Jetzt, aber auch für kommende Generationen. Und genau das macht die International Darksky Association (IDA), indem Sie geeignete Gebiete in Form sogenannter „Dark Sky Places“ ausweist und zertifiziert. Die IDA ist eine Non-Profit Organisation mit Sitz in Amerika.
 
Laut Angaben der IDA sind weltweit derzeit über 90 solcher „Dark Sky Places“ zertifiziert. Und drei davon sind „Sternenparks“ in Deutschland (Rhön, Westhavelland und Eifel). Seit Mai 2018 ist der Sternenpark Winklmoosalm (Bayern, Reit im Winkl) der vierte im Bunde.
 
Die Zertifizierung dieser „Dark Sky Places“ erfolgt nach sehr strengen Vorgaben der IDA, die weltweit überall gleich sind. Bevor überhaupt ein Antrag an die IDA gestellt werden kann, müssen mindestens 67% aller Lichtquellen in dem jeweiligen Areal „sternenparkkonform“ sein. Mit verliehenem Zertifikat hat jeder Park dann im Laufe der nächsten Jahre stufenweise eine Quote von bis zu 100 Prozent durch enstprechende Umrüstungs-Maßnahmen zu erreichen und dies dann auch aufrecht zu erhalten. Sternenparkkonforme Beleuchtung bedeutet: jede Lichtquelle soll eine warmweiße Lichtfarbe haben (2700 bis maximal 3000 Kelvin) und im Idealfall vollgeschirmt sein (also kein Licht zur Seite oder nach oben abstrahlen). Lichtquellen, die einen Lichtstrom von mehr als 500 Lumen abstrahlen, müssen vollgeschirmt sein. Licht sollte nur dann abstrahlen, wenn es benötigt wird und auch nur dorthin gerichtet, wo es benötigt wird (realisiert durch gezielte Lichtlenkung, Bewegungsmelder, Zeitschaltuhren, Dimmer, …)

 

Nutzen & Aufgabe

 

Sternenparks bieten aufgrund sehr geringer Lichtverschmutzung außergewöhnliche Naturlandschaften und einen atemberaubenden Blick in die Sterne. Sternenparks bewahren die faszinierende Schönheit des Sternenhimmels als wertvolles Gut und Kulturgut. Sie erhalten den Lebensraum für viele tag- und vor allem nachtaktive Tiere. Und Sterneparks schützen die essentielle Notwendigkeit eines möglichst natürlich dunklen Nachthimmels für Mensch und Natur.
 
Sternenparks sollen aufzeigen und sensibilisieren, wie wichtig ein bewusster, verantwortungsvoller und bedarfsgerechter Umgang mit künstlichem Licht ist. Gleichzeitig aber auch sichtbares Vorbild und Vorzeigeobjekt dafür sein, dass genau das – nämlich der Schutz der Nacht durch den Einsatz von umweltverträglichem Licht – auch praktikabel und verhältnismäßig einfach umsetzbar ist.
 
Alle IDA-Sternenparks (bzw. IDA-„Dark Sky Places“) verpflichten sich, den dunklen Nachthimmel dauerhaft zu erhalten bzw. dort, wo es erforderlich ist, durch entsprechende Maßnahmen (immer) wieder herzustellen.

 
 


 

Detaillierte Infos zum Thema Lichtverschmutzung finden Sie: ►HIER

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Lichtverschmutzung
 


  
 

Warum die Winklmoosalm?

 

Die Winklmoos-Alm in Reit im Winkl bot sich aus mehreren Gründen für die Zertifizierung zum „International Dark Sky Park“ an. Das Almgebiet ist relativ gut erreichbar und gehört zu den größten im gesamten Alpenraum überhaupt. Es präsentiert dem Auge nicht nur sehr beeindruckende, ästhetische Landschaftszüge und prächtige Gebirgsketten, sondern bietet bezüglich des Sternenhimmels ein nahezu uneingeschränktes 360 Grad Panorama. Weil es sich auf 1200 m Höhe (ü.d.M.) befindet, ist natürlich auch der Blick durch die Luftschichten der Erdatmosphäre entsprechend besser, was sich in der Sichtbarkeit von feineren Details am Sternenhimmel eklatant bemerkbar macht. Hinzu kommt, dass es in Europa und Deutschland kaum Sternenparks mit unmittelbaren Übernachtungs-Möglichkeiten gibt. Definitiv ein großer Vorteil des Sternenparks Winklmoosalm.
 
Vor allem aber gehört das Gebiet um die Winklmoos-Alm zu den dunkelsten Orten/Gebieten in Bayern mit sehr geringer Lichtverschmutzung. Oben auf der Alm sind in guten, klaren Nächten rund 3000 Sterne am Nachthimmel zu sehen und im Sommer und Herbst zeigt sich das Band der Milchstraße fein und detailreich strukturiert. Ein wahrer Augenschmaus – bzw. vielmehr umwerfend für alle diejenigen, die aus stark lichtverschmutzten Gegenden kommen und kaum mehr etwas vom Sternenhimmel sehen können.
 
Dank der Beleuchtungs-Umrüstungen wurde die ohnehin schon geringe lokale Lichtverschmutzung auf der Winklmoosalm nochmals deutlich gesenkt. Hinzu kommt aber auch die Tatsache, dass die größeren Orte und Städte, die sehr stark lichtverschmutz sind, zwischen etwa 30 und 40 Kilometer Luftlinie entfernt sind (Kufstein, St. Johann in Tirol, Bad Reichenhall und Salzburg) bzw. rund 40-60 km der Raum Rosenheim/Chiemsee. Im Nahbereich (10-15 km Luftlinie) machen sich im Wesentlichen nur der Ort Reit im Winkl und Waidring (in Österreich) etwas bemerkbar. Somit präsentiert sich das Almgebiet der Winklmoos-Alm mit einem wunderbar dunklen Nachthimmel, wie er in Bayern und Deutschland nur noch in sehr wenigen Gebieten zu finden ist.
 

Lichtverschmutzungs-Situation

Bildquelle: (1) Lichtverschmutzungs-Atlas 2016, Falchi. (2): 2016 VIIRS data, Jurij Stares lightpollutionmap.info


 


 

Initiator & Danksagung

 

abenteuer-sterne.de ist Initiator und Wegbegleiter dieses Projektes – mit Unterstützung der Almgenossenschaft Winklmoos und des Verkehrsvereins Reit im Winkl. An dieser Stelle sprechen wir einen ausdrücklichen Dank vor allem an die Almgenossenschaft, Wirte und Hüttenbetreiber auf der Winklmoos-Alm aus, die uns in den letzten Monaten vorbildlich bei den Umrüstungsmaßnahmen der bisherigen Beleuchtung unterstützt haben, so dass wir den Antrag für den Sternenpark Winklmoos-Alm überhaupt an die IDA stellen konnten. Ein ganz besonderer Dank gilt Dr. Andreas Hänel, dem Sprecher der Dark-Sky-Gruppe der Vereinigung der Sternfreunde, ohne den die Antragstellung nicht in dieser Professionalität und Qualität hätte erfolgen können. Sowie Florian Weindl, dem Leiter der Tourist-Info Reit im Winkl, ohne den vor allem bzgl. der Beleuchtungs-Umrüstungen wohl nichts vorangegangen wäre.

 
 


 
 
 

Sternenpark Winklmoosalm | 360° Panorama

Erstellt von Sebastian Voltmer

 
Hier können Sie den Sternenhimmel über der Winklmoos-Alm in Form von 360-Grad Panoramen (VR) bestaunen:

Sternenpark Winklmoosalm, Panorama Sternenhimmel
 
 

Foto-Impressionen

Fotos: Sebastian Voltmer / Tourist Info Reit im Winkl


 

Detail-Infos zu den Fotos

Motiv: Andromeda-Galaxie

Der Himmel über der Winklmoosalm ist so dunkel, dass dem Fotografen (Sebastian Voltmer) für das Foto mit der Andromeda-Galaxie neun Fotos mit je 120s Belichtungszeit und ein bisschen Fotofeintuning bei der Nachbearbeitung ausreichten, um ein so sehr gutes Ergebnis zu bekommen. Der Himmel weißt laut Sebastian Eigenschaften auf, die geradezu ideal für Astrofotos im blauen Farbbereich sind – also für Galaxien und Reflexionsnebel – weil dort der erreichbare Kontrast hervorragend ist.
 
Fotodaten:
Objektiv: 135 mm f/2.0 @ f/4.0, Kamera: Nikon D800, ISO 800, Stack aus neun Belichtungen à 120 s. Bearbeitet mit PixInsight, PS CC und den LichtenSTERN-Aktionen „RealStars“.
 

Motiv: Plejaden

Noch extremer macht sich die Güte des Himmels über der Winklmoosalm bei dem Foto der Plejaden bemerkbar. Bei diesem Bild reichten schon zwei kurze Belichtungen (120 s und 96 s) aus, um neben dem tollen Sternhaufen auch noch die umliegenden Reflexionsnebel sowie die schwachen Ausläufer und Dunkelwolken im Hintergrund (dunkle Bereiche wurden bei der Bildverarbeitung verstärkt) sichtbar zu machen (Im Bild: IC 341, IC 353, und links oben B209).
 
Fotodaten:
Objektiv: 135 mm f/2.0, Kamera: Nikon D800, ISO 800, Mittel aus nur zwei Belichtungen (1×120 s, 1×96 s). Weißabgleich: 3800 K, Nachgeführt mit SkyTracker von iOptron. Entwickelt mit Camera Raw und bearbeitet mit PS CC.
 

Ergebnis

Ziel beider Fotos war es, mit minimalistischen fotografischen Mitteln den Himmel in seiner Güte zu erfassen. Für ähnliche Fotos unter weniger gutem Himmel sind laut Sebastian jeweils viel mehr Einzelbelichtungen über mehrere Nächte nötig. Das Ergebnis in Form dieser beiden Aufnahmen zeigt, dass der Sternen-/Nachthimmel über der Winklmoos-Alm ein sehr guter ist.

 
 


 
 
 

Umrüstungs-Maßnahmen auf der Winklmoos-Alm

 
An den 34 Häusern und Gebäuden der Winklmoos-Alm sind insgesamt 240 Lichtquellen installiert (Stand: April 2018). Diese Lichtquellen wurden von uns komplett erfasst und begutachtet, inwieweit diese jeweils sternenparkkonform sind und in welchem Ausmaß Umrüstungen und Optimierungen erforderlich sein werden. Sternenparkkonform im Sinne der Vorgaben der IDA sind alle Lichtquellen, die warmweißes Licht abstrahlen (2700 Kelvin Farbtemperatur; max. 3000 Kelvin). Jedes Lichtquelle, die einen Lichtstrom von mehr als 500 Lumen hat, muss voll geschirmt sein, so dass kein Licht seitlich und erst recht nicht nach oben in Richtung Himmel abstrahlt. Zudem wird das Ziel angestrebt, dass Licht auch zeitlich bei seinem Einsatz begrenzt wird. Entweder durch Bewegungsmelder und/oder Zeitschaltungen (nächtliche Abschhaltung).
 
Erfreudlich ist, dass die meisten Lampen, die in den Leuchten auf der Winklmoos-Alm eingeschraubt sind, bereits das erforderliche warmweißes Licht abstrahlen. Problematisch waren hingegen die vielen Wand-Laternen, die bauartbedingt durch deren Glasgehäuse viel Licht seitlich und teils auch nach oben abstrahlen. Die größte Herausforderung bei den Umrüstungen war somit die Reduzierung der Lichtmenge auf der Alm. Denn zur Antragstellung ist die Mindestanforderung, dass 67% aller Lichtquellen im zukünftigen Sternenpark sterneparkkonform sein müssen.
 

Umrüstungsziel: möglichst einfach & kostengünstig

 
Oberstes Ziel bei den Optimierungs- und Umrüstungsmaßnahmen der Lichtquellen war es, dies mit möglichst geringem zeitlichen und vor allem auch finanziellen Aufwand zu bewerkstelligen. Wir haben insgesamt über 100 Lichtquellen auf der Winklmoos-Alm umgerüstet. Vorhandene, zu leistungsstarke Lampen (wie u.a. Glüh-Lampen, Halogen-Lampen, Energiespar-Lampen, Kompakt-Leuchtstofflampen und Leuchtstoff-Lampen) wurde ersetzt durch: 59 LED-Lampen, 20 LED-Reflektor-Lampen, 9 LED-Kopfspiegel-Lampen und 5 LED-Fluter. Zudem wurden 8 vorhandene Halogen-Fluter weiter nach unten geneigt (max. 10° Aufneigung), mehrere Bewegungsmelder besser eingestellt und Schaltintervalle von Zeitschaltuhren verkürzt. Einge Lichtquellen wurden sogar komplett deinstalliert, weil sie ohnehin nicht mehr gebraucht wurden.
 
Insgesamt haben wir damit erreicht, dass auf der Winklmoos-Alm nun 92 Prozent aller Lichtquellen den Beleuchtungsrichtlinien der IDA genügen und sternenparkkonform sind (Stand: April 2018). Ein toller Erfolg für den ersten Anlauf, weil ja für die Antrags-Einreichung 67 Prozent hätten genügt!
 
 

Beispielhafte Umrüstungen

 
 
Beispiel Traunsteiner Hütte:
 
Da die vorhandenen Wand-Laternen unten offen sind, konnten die bisherigen Leuchtmittel (3 mal 42 Watt Halogen-Lampen und 1 mal 12 Watt Kompakt-Leuchtstofflampe) getauscht werden gegen jeweils 4 warmweiße LED-Reflektor-Lampen (je 5 Watt, 370 Lumen, 36° Abstrahlwinkel).
 
Durch das gerichtete Licht der LED-Reflektor-Lampen erfolgt die Abstrahlung jetzt fast nur noch in Richtung Boden (bzw. Tische, an denen draußen die Gäste sitzen). Die gesamte Lichtmenge konnte durch diese Maßnahme um etwa 40% gesamtheitlich gesenkt werden.
 
  

 
 
 


 
Einfache Maßnahme. Große Wirkung.
 
Der vorhandene Halogen-Fluter, der bisher stark aufgeneigt war und somit sehr viel Licht ungenützt seitlich in die Landschaft abstrahlte, wurde einfach auf nurmehr 10° Aufneigung nach unten gekippt. Nun strahlt der Fluter das Licht zielgerichtet auch dort hin, wo es eigentlich gebraucht wird.
 
Die Lichtfarbe des Fluters ist unproblematisch, da Halogenlicht von Haus aus ein warmweißes Licht abstrahlt und somit sternenparkkonfom ist.
 
 
 
 
 
 
 
 


 
Beispiel Dürnbachhorn-Seilbahn
 
Diese Lichtquelle (12 Watt Kompakt-Leuchtstofflampe, 700 Lumen) strahlt durch das nicht geschirmte Abdeckglas unnötig (und sehr hell) in den Himmel. Statt einem Austausch und einer Neuinstallation wurde hier einfach die obere Hälfte des Abdeckglases mit schwarzem, wetterfesten Gewebeband umklebt, so dass bei Betrieb kein Licht mehr nach oben abgestrahlt werden kann. Eine günstige und einfache Lösung.
 
Zudem wurde die Kompakt-Leuchtstofflampe ausgetauscht gegen eine warmweiße LED-Lampe (5 Watt, 470 Lumen). Somit konnte die Lichtmenge an diesem Haus um mehr als 30 Prozent reduziert werden.
 
 

 

 


 
Beispiel Alpenvereinshütte Sektion München
 
Von den 4 Laternen an den Hausecken (3 davon bestückt mit jewweils sehr hellen 9 bzw. 12 Watt Kompakt-Leuchtstofflampen, > 900 Lumen) wurden 2 komplett stillgelegt. Die beiden verbliebenen Laternen wurden abmontiert und getauscht gegen zwei warmweiße LED-Fluter mit Bewegungsmelder (je 8 Watt, 600 Lumen).
 
Diese wurden jeweils auf nurmehr 8-10° Aufneigung nach unten gekippt, so dass das Licht nun zielgerichtet in Richtung Bodenflächen vor den Türen leuchtet und nichts mehr seitlich abstrahlt. Die Gesamtlichtmenge an dieser DAV-Hütte konnte so um knapp 50 Prozent reduziert werden.
 

 

 

 


 
Beispiel Alpenhütte
 
An diesem Haus wurde diese Wandleuchte (bestückt mit einer 100 Watt Glühlampe, ca. 1400 Lumen) gegen einen warmweißen LED-Fluter (15 Watt, 1200 Lumen) ersetzt.
 
Das Licht strahlt jetzt nicht mehr zur Seite in die Landschaft ab, sondern ist senkrecht in Richtung Boden gerichtet, wo es für die Bewohner auch gebraucht wird. Die Schaltzeit des Bewegungsmelders wurde zudem auf 2 Minuten Zeitintervall reduziert.
 
Zusammen mit den weiteren Umrüstungsmaßnahmen an diesem Haus (4 Glühlampen mit je 60 Watt getauscht gegen warmweiße LED mit 250 bis maximal 400 Lumen) konnte die Lichtleistung um knapp 50 % reduziert werden.


 
 
Kirche St. Johann
 
Diese Lichtquelle an der Kirche ist zwar selten an, doch strahlt sie dann ergeblich seitlich und nach oben ab. Da ein Austausch der Leuchte nicht möglich ist, wurde hier einfach eine andere Lampe eingeschraubt, die kein Licht mehr nach oben abstrahlt.
 
Nämlich eine sogenannte LED-Kopfspiegellampe (4 Watt, 400 Lumen, warmweiß), bei der der obere Teil des Glaskolbens silber und lichtdicht vesspiegelt ist.
 
Auch das zeigt, wie einfach und schnell Lichtquellen umgerüstet werden können.
 
 
 
 


 
 

Garten-Leuchten Sonnenalm

In diesen Garten-Leuchten (gesamt 7 Stück) waren 11 Watt Energiespar-Lampen integriert (je 600 Lumen), die seitlich und auch schräg nach oben zu stark abstrahlten. Da ein Tausch der Laternen nicht möglich ist, kamen LED-Kopfspiegel-Lampen zum Einsatz (ja 4 Watt, 400 Lumen, warmweiß).

 
Um die Abstrahlung nach oben noch weiter zu reduzieren, wurde die Verspiegelung der Lampe durch einen ca. 1,5 cm breiten Streifen aus schwarzem Gewebeband nach unten verbreitert. Mit einfachen Mittel konnte hier das Licht gezielt nach unten ringsum die Laternen auf den Boden gelenkt werden und die Gesamtabstrahlung dieser Laternen um ca. 40 Prozent reduziert werden.
 
LED-Kopfspiegellampen

 
Erweiterung der Abschirmung von LED-Kopfspiegel-Lampen mit schwarzem, wetterfesten Gewebeband. Da die LED-Lampen nicht heiß werden, ist das Bekleben des Glaskolbens unproblematisch.


 
 

Balkon-Leuchten der Sonnenalm
 
Am Hotel Sonnenalm sind ringsum 41 solcher Balkon-Wand-Leuchten installiert, die seitlich und (trotz überhängenden Daches auch) schräg nach oben in den Himmel abstrahlen und nicht getauscht/verändert werden können. Eingeschraubt waren 34 Halogen-Lampen (mit 30, 42 und 46 Watt) sowie 7 Stück Energiesparlampen (mit je 11 Watt). Insgesamt sorgten diese 41 Lichtquellen für weit über 22.000 Lumen Lichtstrom.
 
In alle 41 Leuchten wurden von uns warmweiße LED-Lampen (1,2 Watt) eingeschraubt, mit jeweils nur noch 136 Lumen Lichtstrom. So konnte die gesamte Lichtmenge um etwa 75% reduziert werden.
 


 


 
 

Sternenpark Winklmoos-Alm, Licht & Schatten

 
Ein herzliches Dankeschön an den Bayerischen Rundfunk für das Interview zum geplanten Sternenpark Winklmoos-Alm vom 11. Dezember 2017 und die Thematisierung des Problems von immer helleren Nächten durch zuviel Kunstlicht:
 

 


 


Messreihe zur Ermittlung & Überwachung der Helligkeit des Nachthimmels über der Winklmoos-Alm

 
Die nachfolgend ermittelten SQM-Werte für die Winklmoos-Alm sind Mittelwerte aus jeweils vier einzelnen Messungen. Die vier Einzelwerte wurden jeweils in jede Himmelsrichtung schauend im Zenit gemessen (bzw. teils knapp daran vorbei, wenn das Band der Milchstraße im Zenit stand). Zuvor wurden jeweils immer drei Blindmessungen unternommen, die nicht zur Mittelwertbildung beitrugen. Bei dem Messgerät handelt es sich um ein SQM-L der Marke Unihedron (Model-Nr: -2,18. Serien-Nr.: 9583), das mit einem Referenz-SQM-L-Gerät (von Dr. Andreas Hänel, Leiter der Dark Sky Gruppe) abgeglichen und entsprechend kalibriert wurde. Auf eine zusätzliche freisichtige Grenzgrößenbestimmung (faintest star; fst) wurde ebenso verzichtet, wie auf die Angabe von Daten nach der Bortle-Skala, weil diese Methoden zur Bestimmung der Nacht-Himmels-Helligkeit einfach zu sehr subjektiven Einflüssen unterliegen.
 
05.07.18, 0.50 Uhr: 21.42 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[Mond gerade am Aufgehen, nicht ganz klar, Milchstraße fast im Zenit]

17.06.18, 0.50 Uhr: 21.60 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, nicht ganz klar, Milchstraße ca. 65° hoch]
  
16.06.18, 0.30 Uhr: 21.64 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, klar, Milchstraße ca. 65° hoch]
 
02.05.18, 22.30 Uhr: 21.72 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, einige dünne Cirruswolken, Alm schneefrei]
 
19.04.18, 1.15 Uhr: 21.86 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, sehr gutes Seeing, klar (jedoch Saharastaub), Alm zu ca. 50-60% schneebedeckt]
 
18.04.18, 23.00 Uhr: 21.76 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, gutes Seeing, recht (jedoch Saharastaub), Alm zu ca. 50-60% schneebedeckt]
 
28.03.18, 22.30 Uhr: 17.18 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[Mond: Phase 90% und Höhe ca. 50°, leichter Dauerregen, geschlossene Schneedecke, geschlossene hohe Wolkendecke, Mond schimmerte zeitweise deutlich hindurch, sehr hell auf der Alm]
 
14.02.18, 22.00 Uhr: 21.19 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, nicht ganz klar, sehr kalt -13°C, Alm komplett schneebedeckt, Milchstraße ca. 60° hoch]
 
11.12.17, 18.30 Uhr: 20.88 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, hohe Wolken, ca. 60% Bedeckung, Milchstraße durch Wolkenlücken im Zenit zu sehen]
 
18.10.17, 22.50 Uhr: 21.33 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, nicht ganz klar, etwas feucht, Milchstraße in Zenitnähe]
 
11.10.17, 23.00 Uhr: 21.37 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, nicht ganz klar, recht feucht, Milchstraße in Zenitnähe]
 
25.08.17, 23.20 Uhr: 21.49 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, ziemlich klar, Milchstraße fast im Zenit]
 
23.08.17, 23.20 Uhr: 21.45 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, stellenweise ganz leicht dunstig/dunstige Schicht (Cirren), Milchstraße knapp im Zenit]
 
16.08.17, 23.50 Uhr: 21.42 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, ganz leichter Dunst quer über den ganzen Himmel, Milchstraße in Zenitnähe]
 
20.07.17, 0.45 Uhr: 21.21 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, fast der gesamte Himmel war mit einer milchigen, dünnen Wolkenschicht überzogen, nur die hellen Sterne leuchteten diffus durch, Milchstraße knapp im Zenit]
 
16.07.17, 23.30 Uhr: 21.71 mag/arcsec²
Plus ein einzelner Messwert in Himmelsregion zwischen Schwan und Großer Wagen: 21.8 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, klar, aufziehende Wolken vom Süden, Milchstraße in Zenitnähe (ca. 80° über dem Südost-Horizont)]
 
15.06.17, 0.30 Uhr: 21.58 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[der aufgehende Mond schimmerte schon leicht am Horizont, wolkenfrei, aber leicht dunstig, Milchstraße stand ca. 40° über dem Horizont]
 
21.05.17, 23.45 Uhr: 21.69 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, nicht sehr klar, Luft recht dunstig]
 
18.05.17, 1.15 Uhr: 21.84 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, recht klar]
 
17.05.17, 23.30 Uhr: 21.8 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, recht klar]
 
25.03.17, 23.50 Uhr: 21.62 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, klar, ca. 70% Schneebedeckung]
 
18.02.17, 23.20 Uhr: 21.6 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, klar, Alm komplett schneebedeckt]
 
20.12.16, 22.30 Uhr: 21.64 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, sehr klar, Milchstraße / Perseus im Zenit]
 
28.09.16, 23.15 Uhr: 21.53 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, nahezu wolkenfrei, leicht dunstig, Milchstraße im Zenit]
 
31.08.16, 23.00 Uhr: 21.56 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, sehr klar, Milchstraße im Zenit]
 
26.08.16, 23.25 Uhr: 21.55 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, sehr klar, Milchstraße im Zenit]
 
24.08.16, 23.30 Uhr: 21.53 mag/arcsec²
Standort: 47.65715, 12.57913
[mondfrei, wolkenfrei, klar, Milchstraße im Zenit]