Der aktuelle Sternenhimmel

Die Karte zeigt den Sternenhimmel, wie er jeweils zur Monatsmitte zu den 5 oben angegebenen Zeitpunkten (Monat /Uhrzeit) zu sehen ist. Entlang der Ekliptik (grün) bewegen sich der Mond und die Planeten (hier nur Jupiter, Saturn, Mars und Venus). Die Mondphasen, die Position des Mondes bei Vollmond, und die Positionen und Bewegungsrichtungen der Planeten gelten nur für den gelb markierten Monat.
(Aktuelle Sternkarte: astronomischesjahr.de)


Der Sternenhimmel im Juli 2017

Was sich gerade am Himmel tut – Aktueller Sternenhimmel & aktuelle Sternbilder

Dies ist der aktuelle Sternenhimmel über Bayern für Juli 2017. Neben Daten zu Sonne, Mond, Planeten und Sternschnuppen-Schwärmen über Bayern zeigen wir Ihnen hier auch die aktuellen Sternbilder über Bayern, die im Juli 2017 am Sternenhimmel zu sehen sind.
 


 

I. Prominente Sternbilder im Juli:

Im Juli werden die Nächte schon wieder etwas länger und somit ist auch der Zeitraum, bei dem es richtig dunkel ist und man die Sterne prächtig sieht, länger. Dominiert wird der Nachthimmel im Juli von den Sternbildern Schlangenträger, Bärenhüter und dem Herkules, der in diesen Wochen senkrecht über uns am Nachthimmel steht. Tief im Süden thront noch immer der herrliche Skorpion mit seinem gelblich-orangeleuchtenden Hauptstern Antares. Rechts daneben, also in westlicher Richtung, funkelt uns die Waage entgegen. Und gegen Ende des Monats wird dann auch der beeindruckende Schütze endlich hoch genug über dem Südhorizont stehen, so dass man dieses fantastische Sternbild genießen kann. Aber auch das diffuse Band der Milchstraße steht im Juli so günstig, dass es von Nacht zu Nacht besser zu sehen ist (insbesondere in der zweiten Juli-Hälfte, weil da das Mondlicht nicht stört). Dieses schwach leuchtende Band, das aus Milliarden von Sternen besteht, führt von Cassiopeia angefangen, quer durch Drache, Leier und Schwan und mündet im Zentrum unserer Galaxie. Und zwar direkt neben dem Sternbild Schütze, also über dem Südhorizont. Hell erscheint uns das Milchstraßen-Zentrum allerdings nicht, da von der Erde aus betrachtet üppige Staubwolken das eigentlich sehr helle Licht verschlucken. Und am Westhimmel versinkt mittlerweile immer mehr eines der markantesten Frühlingssternbilder: der Löwe.
 

Tierkreiszeichen/“Sternzeichen“ am Nachthimmel (Höchststände über dem Südhorizont):

Da wir bei unseren Führungen immer wieder gefragt werden, wann man sein Sternzeichen am Nacht-Himmel sehen kann, haben wir für Sie nachfolgend eine entsprechende Liste zusammengestellt. Am Himmel gibt es insgesamt 88 Sternbilder. 13 davon liegen in einem etwa 20 Grad breiten Streifen um die sogenannte Ekliptik. (Die Ekliptik ist die von der Erde aus gesehen scheinbare Bahn von Sonne, Mond und Planeten über das Himmelszelt). Diesen „Streifen“ um die Ekliptik nennt man Tierkreis (oder auch Zodiak). Neben den 12 Tierkreiszeichen („Sternzeichen“) ist auch das Sternbild Schlangenträger ein Teil dieses Streifens und somit haben wir es mit insgesamt 13 Sternbildern zu tun. Die nachfolgende Liste gibt an, zu welchem Zeitpunkt (jeweils um Mitternacht herum) das jeweilige Sternzeichen (= Tierkreiszeichen) seinen jeweils höchsten Punkt genau über dem Südhorizont am Nacht-Himmel erreicht.

     
    • Zwillinge: Anfang Januar (07.01.)

    • Krebs: Anfang Februar (01.02.)

    • Löwe: Anfang März (05.03.)

    • Jungfrau: Anfang April (05.04.)

    • Waage: Anfang Mai (09.05.)

    • Skorpion: Ende Mai (30.05.)

    • Schlangenträger: Anfang Juni (05.06.)

    • Schütze: Anfang Juli (05.06.)

    • Steinbock: Anfang August (08.08.)

    • Wassermann: Anfang September (01.09.)

    • Fische: Ende September (30.09.)

    • Widder: Ende Oktober (26.10.)

    • Stier: Anfang Dezember (30.11.)

 
Wann jeweils (von der Erde aus betrachtet) die Sonne in diesen Tierkreiszeichen / Sternzeichen steht, lesen Sie weiter unten auf dieser Seite; nämlich unter Punkt V.


 

II. Besonderes & Sehenswertes:

Der Gasplanet Jupiter, der noch immer im Sternbild Jungfrau steht, bekommt in diesem Monat gleich zweimal Besuch vom Mond. Einmal Anfang und einmal Ende Juli. Am 2. Juli steht der zunehmende Mond schräg links oberhalb von Jupiter; am 28. Juli steht der wiederum zunehmende Mond knapp rechts oberhalb von Jupiter. Zu sehen ist dieses Schauspiel jeweils über dem westlichen Nachthimmel. Und für Teleskop oder Großfernglas herrschen jetzt im Juli beste Bedingungen, den Saturn mit seinem Ringsystem zu beobachten.
 

Himmel am 2.07., 22.30 Uhr, Blickrichtung Süd-West:
Der Planet Jupiter, der im Sternbild Jungfrau steht, bekommt am 2. Juli Besuch vom zunehmenden Mond. Ein schöner Anblick. Hinweis: der Mond ist hier zur bessern Übersicht 5-fach so groß dargestellt, als wie er uns mit bloßem Auge am Himmel erscheint.

Himmel am 28.07., 22.15 Uhr, Blickrichtung West:
Und schon wieder zieht der (ebenso wiederum) zunehmende Mond an Jupiter vorbei. Diesmal ist der scheinbare Abstand der beiden viel geringer als am Abend des 2. Juli. Hinweis: der Mond ist hier zur bessern Übersicht 5-fach so groß dargestellt, als wie er uns mit bloßem Auge am Himmel erscheint.


Bildquelle: Stellarium. Editierung: abenteuer-sterne.de
 


 

III. Sternschnuppen im Juli:

Endlich mal wieder ein bisschen Schnuppen-Zeit, wenn auch erst gegen Ende des Monats. Dann allerdings zeigen sich gleich mehrere Sternschnuppenschwärme auf einmal am Himmel. Nämlich die Perseiden (die ihr Maximum um den 12./13. August haben), die Südlichen Delta-Aquariden und die Capricorniden. ABER: insbesondere die beiden Letztgenannten sind leider nicht sehr üppig. Das bedeutet, man kann etwa ein bis zwei Dutzend Sternschnuppen (vorwiegend in der 2. Nachthälfte) am Himmel erhaschen. Hauptsächlich unterwegs sein werden (wenn auch noch in recht kleinen Mengen) die Perseiden, die am Himmel scheinbar im Bereich des Sternbildes Cassiopeia und Perseus zu entspringen scheinen. Da der Mond zu dieser Zeit nicht stört, lohnt das sich auf die Lauer legen durchaus. Zu erkennen sind die Perseiden durch ihre enorme „Zuggeschwindigkeit“ über den Himmel. Sie rasen immerhin mit knapp 60 km/s (also mehr als 200.000 km/h) über den Nachthimmel und gehören damit zu den schnellsten Sternschnuppen überhaupt. Ihre Wünsche, die Sie dann hoffentlich bei Sichtung einer Schnuppe im Geiste aussprechen, sollten also möglichst kurz gefasst sein.
 


 

IV. Die Planeten im Juli:

[alle mit freiem Auge sichtbaren Planeten sind berücksichtigt. Fotos der Planeten nicht maßstabsgerecht]

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Jupiter:
Jetzt ist‘s langsam vorbei mit dem Jupiter. Von Abend zu Abend steht er im Juli immer noch ein kleines Stück weiter in Richtung Westhorizont. Damit ist er (wegen seiner dominanten Helligkeit) nicht mehr König der Nacht, sondern langsam nur noch ein Auffälliges Objekt am westlichen Abendhimmel. Geht er Anfang Juli erst nach 1 Uhr unter, so geschieht dies Ende Juli bereits um etwa 23.15 Uhr. Übrigens: Jupiter kann man bereits problemlos mit einem größeren Fernglas gut beobachten und kann dann auch schon die 4 galiläischen Monde (Europa, Ganymed, Kallisto und Io) in Form winziger Lichtpünktchen direkt um den Jupiter herum erkennen.

Saturn:
Der dezent gelblich leuchtende Planet Saturn hält sich auch im Juli immer noch im Sternbild Schlangenträger auf. Anfang Juli kann man ihn fast die ganze Nacht lang sehen. Seinen Höchststand über dem Südhorizont hat er gegen Mitternacht. Ende Juli erreicht er seine Höchststände bereits gegen 22 Uhr. In der Nacht zum 7. Juli bekommt der Ringplanet Gesellschaft vom (zunehmenden) Mond. Dieser zieht knapp (etwa 6 scheinbare Vollmonddurchmesser) oberhalb des Saturn vorbei. Ein schöner Anblick. Aufgrund seiner derzeitigen Stellung zur Ekliptik steigt der Saturn leider nicht sehr hoch. Nur etwa (je nach Beobachtungsort) 15-20 Grad wird er über dem Südhorizont stehen (nur etwa knapp so hoch, wie der auffällige Stern Antares des Sternbild Skorpions). Übrigens: Um die Ringe des Saturns zu sehen, braucht man ein Großfernglas oder Teleskop mit wenigstens etwa 30-facher Vergrößerung.

Mars:
Der Planet Mars hält sich auch im Juli (von der Erde aus betrachtet) im Bereich hinter der Sonne auf bzw. steht am 27. Juli sogar exakt hinter der Sonne. Somit ist Mars auch im Juli für uns nicht sichtbar.
 
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Venus:
Der Planet Venus präsentiert sich in Monat Juli als unser „Morgenstern“ und steht dabei im Sternbild Stier. Da sie bis ca. 20° über den Osthorizont steigt, ist sie in den frühen Morgenstunden bis in die Morgendämmerung hinein prima (mit bloßem Auge) zu sehen. Ein schönes Bild gibt der morgendliche Dämmerungshimmel am 20. Juli ab. Denn dann steht die schmale Sichel des abnehmenden Mondes dem Planeten Venus von der Erde aus gesehen recht nahe (Abstand = ca. 12 Vollmonddurchmesser).

Merkur:
Der flotte Planet Merkur arbeitet sich im Juli langsam über den abendlichen Westhorizont empor. Leider steht die Ekliptik in diesem Zeitraum bezüglich der Erde sehr flach, so dass er es (Ende Juli) nur 3° über den Horizont schafft. Wäre die Horizontsicht komplett dunstfrei (was es in unseren Breiten leider nie gibt), könnte man ihn in der Abenddämmerung (mit bloßem Auge) sehen. So aber ertrinkt der Planet Merkur im Horizontdunst.

Uranus:
Der ferne Gasplanet hält sich von der Erde aus gesehen im (südlichen Teil des) Sternbild Fische auf. In Juli verfrühen sich seine Aufgänge bis kurz vor Mitternacht (Ende Juli). Sehen kann man das winzige Lichtpünktchen bei dunklem Himmel und viel Geduld beim Aufsuchen (Aufsuchkarten nutzen) sogar mit bloßem Auge. Als Aufsuchhilfe dient der Fische-Stern Omikron Picsis.

Allgemeines zu Venus und Merkus: Venus und Merkur sind wegen ihrer Nähe zur Sonne immer nur in der Abend- oder Morgendämmerung zu sehen. Merkur steigt zudem immer nur knapp über den Horizont auf.
 


 

V. Wo ist die Sonne im Juli?:

sonne_purVon der Erde aus betrachtet, zieht die Sonne ihre Bahn von Ost nach West über den Himmel. Könnte man sie stark herunter dimmen, so würde man direkt hinter ihr den Sternenhimmel sehen. Man könnte nun beobachten, wie sie sich auf ihrer scheinbaren Bahn (Ekliptik) über den Himmel nach und nach durch die 13 Sternbilder (bzw. 12 Tierkreiszeichen) bewegt, die entlang der Ekliptik liegen. Sie bewegt sich dabei von West nach Ost. Aktuell sieht es so aus: Die Sonne steht seit 21. Juni in den Zwillingen und wechselt am 20. Juli in das Sternbild Krebs, in dem sie dann bis 10. August verweilt. Bei den Astrologen sieht es anders aus: hier steht die Sonne bereits seit 22. Juni im Sternzeichen Krebs und wechselt am 23. Juli ins Sternzeichen Löwe. Schuld an der Abweichung zwischen Astronomie & Astrologie ist das Wechselspiel zwischen Mond und Erde. Mehr dazu gibt’s bei den Sternführungen von abenteuer-sterne.de zu sehen und zu hören.


VI. Wo steht der Mond im Juli:

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Die Mondphasen im Juli gestalten sich folgendermaßen:
 
24.06. (04.31 Uhr) ► Neumond (Zwillinge)
01.07. (02.51 Uhr) ► Halbmond (Jungfrau)
09.07. (06.07 Uhr) ► Vollmond (Schütze)
16.07. (21.26 Uhr) ► Halbmond (Fische)
23.07. (11.46 Uhr) ► Neumond (Krebs)
30.07. (17.23 Uhr) ► Halbmond (Jungfrau)

Am 24. Juni um 04.31 Uhr stand der Mond genau genau zwischen Sonne und Erde und bescherte uns somit einen Neumond (Mondsichel: 0%). Danach nahm die Mondsichel sukzessive wieder zu und landet am 1. Juli um 02.51 Uhr als Halbmond (Mondsichel: 50%) im Sternbild Jungfrau, bevor sie dann am 9. Juli um 06.07 Uhr aus dem Sternbild Schütze heraus als Vollmond erstrahlt (Mondsichel: 100%). Die Erde befindet sich zu diesem Zeitpunkt genau zwischen Sonne und Mond. Der Mond wandert dann weiter ostwärts am Himmel, nimmt dabei immer mehr ab und landet am 16. Juli als Halbmond in den Fischen (Mondsichel: 50%). Mit jedem Tag nimmt die Mondsichel dann weiter ab bis unser Erdtrabant schließlich am 23.07. als Neumond (Mondsichel: 0%) im Sternbild Krebs steht. Dann nimmt die Mondsichel wieder sukzessive zu und strahlt am 30. Juli als Halbmond (Mondsichel 50%) aus dem Sternbild Jungfrau.

Unser Tipp: Bei unseren öffentlichen Sternführungen haben wir meistens immer dann, wenn (nahezu) Vollmond ist, als kleine Entschädigung (weil man wegen des hellen Mondlichtes ja deutlich weniger Sterne am Nachthimmel sieht), unser 120 mm Großfernglas (APM 120 SD-Apo Großfernglas) mit dabei. Da man den Mond mit diesem Teleskop ja beidäugig betrachtet (da es sich um ein Großfernglas handelt, sieht jedes Auge durch ein separates Linsenteleskop mit je 120 mm Öffnung), kommt man in den Genuss eines umwerfend tollen Mondbildes. Plastisch, ja schon fast 3D-mäßig.
 

Allgemeines zum Mond

Unser Erd-Mond umrundet die Erde im Abstand von rund 380.000 Kilometer. Die Sonne strahlt dabei stets eine halbe Mondkugelfläche an. Je nachdem, wo sich die Erde bezüglich des Mondes befindet, sehen wir von dieser beleuchteten Halbkugelfläche entweder gar keinen Teil (= Neumond), einen anwachsenden Teil (= zunehmender Mond) oder schrumpfenden Teil (= abnehmender Mond), oder aber die volle Mondkugelhälfte (= Vollmond).
 
Bis der Mond bei seiner Reise durch die (Ekliptik-)Sternbilder wieder vor demselben Sternbild steht, dauert es 27,32 Tage (= siderische Umlaufzeit). So lange braucht der Mond einmal um die Erde. Von Vollmond zu Vollmond dauert es hingegen 29,53 Tage (= Lunation oder synodische Umlaufzeit). Denn während sich der Mond in 27,32 Tagen einmal um die Erde dreht, hat sich die Erde auf Ihrer Bahn um die Sonne auch etwas weiterbewegt. Damit der Mond der Sonne (und somit auch uns auf der Erde) wieder die selbe Seite zeigt, muss sich der Mond noch ein bisschen weiter drehen. So kommt es zu den 29,53 Tagen.
 
Ein flotter Geselle: Von der Erde aus betrachtet rückt der Mond in einer Stunde etwa um seinen eigenen Durchmesser am Firmament in Richtung Osten weiter (seine Bahngeschwindigkeit beträgt demzufolge gut 1 Kilometer pro Sekunde).