Der aktuelle Sternenhimmel

Die Karte zeigt den Sternenhimmel, wie er jeweils zur Monatsmitte zu den 5 oben angegebenen Zeitpunkten (Monat /Uhrzeit) zu sehen ist. Entlang der Ekliptik (grün) bewegen sich der Mond und die Planeten (hier nur Jupiter, Saturn, Mars und Venus). Die Mondphasen, die Position des Mondes bei Vollmond, und die Positionen und Bewegungsrichtungen der Planeten gelten nur für den gelb markierten Monat.
(Aktuelle Sternkarte: astronomischesjahr.de)


Der Sternenhimmel im Juni 2017

Was sich gerade am Himmel tut – Aktueller Sternenhimmel & aktuelle Sternbilder

Dies ist der aktuelle Sternenhimmel über Bayern für Juni 2017. Neben Daten zu Sonne, Mond, Planeten und Sternschnuppen-Schwärmen über Bayern zeigen wir Ihnen hier auch die aktuellen Sternbilder über Bayern, die im Juni 2017 am Sternenhimmel zu sehen sind.
 


 

I. Prominente Sternbilder im Juni:

Im Juni sind die Nächte am kürzesten und somit ist es nur zwischen Mitternacht und ca. 3 Uhr morgens so richtig dunkel. Doch keine Sorge: Ab etwa 23 Uhr funkeln auch schon genug Sterne und Sternbilder am Firmament. Hoch über unseren Köpfen stehen der Bärenhüter (Bootes) und Herkules. Östlich neben ihm leuchtet uns die sehr helle Wega entgegen, die zusammen mit ein paar weiteren Sternen das Sternbild Leier aufspannt. Südlich von Herkules hat es sich der Schlangenträger bequem gemacht – ein riesiges Sternbild, das jedoch nicht so leicht zu erkennen ist. Und südwestlich des Bärenhüters, mit seinem hellen Stern Arktur, steht das Sternbild Jungfrau, das den hellen Stern Spica beinhaltet. Tief am Südhorizont zeigt sich der herrliche Skorpion und Richtung Ende Juni dann links davon auch schon der wunderbare Schütze, der aussieht, wie eine riesige Teekanne mit Deckel. Etwa 45° über dem südöstlichen Horizont ist jetzt auch das markante Sternbild Schwan wunderbar zu sehen. Entlang des Halses des am Himmel mit weit ausgestreckten Flügeln fliegenden Tieres erstreckt sich das zarte Milchstraßenband. Es reicht von Kassiopeia am Nordhorizont, entlang des Schwans, bis südlich zum Schützen und Skorpion und besteht aus Abermillionen Sternen. Ein atemberaubender und prächtiger Anblick …
 

Tierkreiszeichen/“Sternzeichen“ am Nachthimmel (Höchststände über dem Südhorizont):

Da wir bei unseren Führungen immer wieder gefragt werden, wann man sein Sternzeichen am Nacht-Himmel sehen kann, haben wir für Sie nachfolgend eine entsprechende Liste zusammengestellt. Am Himmel gibt es insgesamt 88 Sternbilder. 13 davon liegen in einem etwa 20 Grad breiten Streifen um die sogenannte Ekliptik. (Die Ekliptik ist die von der Erde aus gesehen scheinbare Bahn von Sonne, Mond und Planeten über das Himmelszelt). Diesen „Streifen“ um die Ekliptik nennt man Tierkreis (oder auch Zodiak). Neben den 12 Tierkreiszeichen („Sternzeichen“) ist auch das Sternbild Schlangenträger ein Teil dieses Streifens und somit haben wir es mit insgesamt 13 Sternbildern zu tun. Die nachfolgende Liste gibt an, zu welchem Zeitpunkt (jeweils um Mitternacht herum) das jeweilige Sternzeichen (= Tierkreiszeichen) seinen jeweils höchsten Punkt genau über dem Südhorizont am Nacht-Himmel erreicht.

     
    • Zwillinge: Anfang Januar (07.01.)

    • Krebs: Anfang Februar (01.02.)

    • Löwe: Anfang März (05.03.)

    • Jungfrau: Anfang April (05.04.)

    • Waage: Anfang Mai (09.05.)

    • Skorpion: Ende Mai (30.05.)

    • Schlangenträger: Anfang Juni (05.06.)

    • Schütze: Anfang Juli (05.06.)

    • Steinbock: Anfang August (08.08.)

    • Wassermann: Anfang September (01.09.)

    • Fische: Ende September (30.09.)

    • Widder: Ende Oktober (26.10.)

    • Stier: Anfang Dezember (30.11.)

 
Wann jeweils (von der Erde aus betrachtet) die Sonne in diesen Tierkreiszeichen / Sternzeichen steht, lesen Sie weiter unten auf dieser Seite; nämlich unter Punkt V.


 

II. Besonderes & Sehenswertes:

Wer den Planeten Saturn die ganze Nacht über beobachten möchte, dem sei der 15. Juni empfohlen. Denn dann steht ihm die Sonne genau gegenüber. Saturn geht auf, wenn die Sonne untergeht und geht unter, wenn die Sonne morgens wieder aufgeht. Man findet ihn im Sternbild Schlangenträger. Wer ihn sicher am Nachthimmel finden will, der blicke am Abend des 9. Juni über den Südost-Horizont. Denn nur etwa 2 Vollmondscheiben oberhalb des Ringplaneten zieht der Vollmond vorbei. Der Mond hilft auch Jupiter sicher zu finden. Denn am Abend des 3. Juni zieht der zunehmende Mond recht knapp am Jupiter vorbei (siehe Grafiken).
 

Himmel am 3.06., 23.30 Uhr, Blickrichtung Süd-West:
Jupiter, der im Sternbild Jungfrau steht, bekommt am 3.6. besuch vom zunehmenden Mond. Nur etwa 2 Vollmond-Durchmesser zieht er überhalb des Jupiters vorbei. Hinweis: der Mond ist hier zur bessern Übersicht 5-fach so groß dargestellt, als wie er uns mit bloßem Auge am Himmel erscheint.

Himmel am 9.06., 23.30 Uhr, Blickrichtung Süd-Ost:
Saturn zeigt sich als kleiner, heller, gelblicher Leuchtpunkt im südlichen Teil des Sternbildes Schlangenträger. Unmissverständlich findet man ihn am späten Abend des 9. Juni. Dann zieht der Vollmond nur rund 2 Vollmondscheiben-Durchmesser oberhalb des Planeten vorbei. Hinweis: der Mond ist hier zur bessern Übersicht 5-fach so groß dargestellt, als wie er uns mit bloßem Auge am Himmel erscheint.


Bildquelle: Stellarium. Editierung: abenteuer-sterne.de
 


 

III. Sternschnuppen im Juni:

Oh je … Der Juni ist gar kein guter Sternschnuppen-Monat. Eigentlich lohnt, wenn überhaupt, nur die letzte Juni-Woche. Hier könnten die sogenannten Juni-Bootiden (die scheinbar von der Erde aus betrachtet aus dem Sternbild Bootes/Bärenhüter am Himmel entspringen) ein paar Sternschnuppen an den Nachthimmel zaubern. Mehr als ein paar vereinzelte pro Stunde werden es aber nicht sein. Doch wenn man eine erhascht, dann darf man sich freuen. Denn die Schnuppen sind mit 18 Kilometer pro Sekunde sehr langsam unterwegs und so entstehen am Himmel entsprechend länger leuchtende Sternschnuppen. Wir wünschen Ihnen viel Glück bei der Sichtung und gut ausgesuchte Wünsche, bei den wenigen Schnuppen, die es zu sehen geben wird.
 


 

IV. Die Planeten im Juni:

[alle mit freiem Auge sichtbaren Planeten sind berücksichtigt. Fotos der Planeten nicht maßstabsgerecht]

aktuelle_planeten_am_himmel
Jupiter:
Er dominiert als lichtstarkes Pünktchen noch immer den Nachthimmel. Unübersehbar leuchtet er uns aus dem Sternbild Jungfrau entgegen. Ab 10 Juni kehrt er seine scheinbare Zugrichtung am Himmel um und wandert dann wieder in östlicher Richtung durch das Sternbild Jungfrau. Noch bevor es dunkel wird, geht Jupiter am Osthorizont auf. Seine höchste Position am Himmel (über dem Südhorizont) erreicht er Anfang Juni etwa um 21.30 Uhr. Ende Juni geschieht das schon um 19.45 Uhr. Seine Untergangszeiten verfrühen sich von etwa 3 Uhr nachts (Monatsanfang) auf etwa 1.15 Uhr (Monatsende). Am Abend des 3. Junis nähert sich der zunehmende Mond bis auf ein paar Vollmonddurchmesser dem Gasplaneten. Man sieht sie in dieser Nacht gemeinsam am Westhorizont unter gehen. Übrigens: Jupiter kann man bereits problemlos mit einem etwas größeren Fernglas gut beobachten und sieht auch schon die 4 galiläischen Monde in Form winziger Lichtpünktchen direkt um den Jupiter herum.

Saturn:
Für den Ringplaneten ist der DER Monat des Jahres bzw. eigentlich eher für uns Erdlinge. Denn Mitte des Monats steht Saturn genau gegenüber der Sonne. Somit sehen wir Saturn die ganze Nacht über am Himmel. Seine scheinbare Helligkeit entspricht die des Sterns Wega (Hauptstern in der Leier). Man erkennt den Planeten an seiner zarten Gelbfärbung und daran, dass er unterhalb des Sternbildes Schlangenträger steht bzw. östlich des Skorpions. Aufgrund seiner derzeitigen Stellung zur Ekliptik steigt der Saturn leider nicht sehr hoch. Nur etwa (je nach Beobachtungsort) 15-20 Grad wird er über dem Südhorizont stehen (nur etwa knapp so hoch, wie der auffällige Stern Anatares des Sternbild Skorpions). Am 9. Juni kann man Saturn recht leicht über dem Südhorizont ausmachen, weil an diesem Abend der Mond (genauer gesagt der Vollmond) am Saturn vorbeizieht. Die volle Mondscheibe steht dann nur etwa 2 Vollmonddurchmesser oberhalb des Saturns am Himmel. Übrigens: Um die Ringe des Saturns zu sehen, braucht man ein Großfernglas oder Teleskop mit wenigstens etwa 30-facher Vergrößerung.

Mars:
Der Planet Mars hält sich im Juni von der Erde aus betrachtet im Bereich hinter der Sonne auf und ist somit für uns nicht sichtbar.
 
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Venus:
Der Planet Venus präsentiert sich in Monat Juni als unser „Morgenstern“. Im Laufe des Monats steht sie jeden Tag ein bisschen Höher über dem morgendlichen Osthorizont (Ende Juni knapp 15 Grad). Der Mond kommt der Venus von der Erde aus gesehen am 21. Juni bis auf etwa acht Vollmonddurchmesser nahe. Der (abnehmende) Mond zeigt sich zu dieser Zeit mit einer schmalen Sichel und steht in südwestlicher Richtung schräg unterhalb der Venus.

Merkur:
Der flotte Planet Merkur hält sich diesen Monat von der Erde aus gesehen hinter der Sonne auf (obere Konjunktion ist am 21.6.). Somit ist Merkur im Juni am Himmel nicht zu sehen.

Uranus:
Der ferne Gasplanet hält sich von der Erde aus gesehen im Sternbild Fische auf und geht im Juni zusammen mit dem Sternbild in der zweiten Nachthälfte über dem östlichen Horizont auf. Sehen kann man das winzige Lichtpünktchen aber nur mithilfe eines Fernglases oder Teleskops. Als Aufsuchhilfe dient der Fische-Stern Omikron Picsis, der etwa zwei Vollmond-Durchmesser südlich von Uranus steht. Ende Juni geht Uranus schon um 2 Uhr nachts auf.

Allgemeines zu Venus und Merkus: Venus und Merkur sind wegen ihrer Nähe zur Sonne immer nur in der Abend- oder Morgendämmerung zu sehen. Merkur steigt zudem immer nur knapp über den Horizont auf.
 


 

V. Wo ist die Sonne im Juni?:

sonne_purVon der Erde aus betrachtet, zieht die Sonne ihre Bahn von Ost nach West über den Himmel. Könnte man sie stark herunter dimmen, so würde man direkt hinter ihr den Sternenhimmel sehen. Man könnte nun beobachten, wie sie sich auf ihrer scheinbaren Bahn (Ekliptik) über den Himmel nach und nach durch die 13 Sternbilder (bzw. 12 Tierkreiszeichen) bewegt, die entlang der Ekliptik liegen. Sie bewegt sich dabei von West nach Ost. Aktuell sieht es so aus: Die Sonne steht noch bis 20. Juni im Sternbild Stier und tritt dann am 21. Juni in die Zwillinge, in denen sie dann bis 19. Juli verweilt. Bei den Astrologen steht die Sonne hingegen schon seit 22. Mai im Sternzeichen Zwillinge und wechselt am 22. Juni in das Sternzeichen Krebs. Schuld an der Abweichung zwischen Astronomie & Astrologie ist das Wechselspiel zwischen Mond und Erde. Mehr dazu gibt’s bei den Sternführungen von abenteuer-sterne.de zu sehen und zu hören.


VI. Wo steht der Mond im Juni:

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Die Mondphasen im Juni gestalten sich folgendermaßen:
 
25.05. (21.44 Uhr) ► Neumond (Stier)
01.06. (14.42 Uhr) ► Halbmond (Löwe)
09.06. (15.10 Uhr) ► Vollmond (Schlangenträger)
17.06. (13.33 Uhr) ► Halbmond (Wassermann)
24.06. (04.31 Uhr) ► Neumond (Zwillinge)

 
Am 25. Mai um 21.44 Uhr stand der Mond genau genau zwischen Sonne und Erde und bescherte uns somit einen Neumond (Mondsichel: 0%). Danach nahm die Mondsichel sukzessive wieder zu und landet am 1. Juni um 14.42 Uhr als Halbmond (Mondsichel: 50%) im Sternbild Löwe, bevor sie dann am 9. Juni um 23.42 Uhr aus dem Sternbild Schlangenträger heraus als Vollmond erstrahlt (Mondsichel: 100%). Die Erde befindet sich zu diesem Zeitpunkt genau zwischen Sonne und Mond. Der Mond wandert dann weiter ostwärts am Himmel, nimmt dabei immer mehr ab und landet am 17. Juni als Halbmond im Wassermann (Mondsichel: 50%). Mit jedem Tag nimmt die Mondsichel dann weiter ab bis unser Erdtrabant schließlich am 24.06. als Neumond (Mondsichel: 0%) im Sternbild Zwillinge steht.

 

Allgemeines zum Mond

Unser Erd-Mond umrundet die Erde im Abstand von rund 380.000 Kilometer. Die Sonne strahlt dabei stets eine halbe Mondkugelfläche an. Je nachdem, wo sich die Erde bezüglich des Mondes befindet, sehen wir von dieser beleuchteten Halbkugelfläche entweder gar keinen Teil (= Neumond), einen anwachsenden Teil (= zunehmender Mond) oder schrumpfenden Teil (= abnehmender Mond), oder aber die volle Mondkugelhälfte (= Vollmond).
 
Bis der Mond bei seiner Reise durch die (Ekliptik-)Sternbilder wieder vor demselben Sternbild steht, dauert es 27,32 Tage (= siderische Umlaufzeit). So lange braucht der Mond einmal um die Erde. Von Vollmond zu Vollmond dauert es hingegen 29,53 Tage (= Lunation oder synodische Umlaufzeit). Denn während sich der Mond in 27,32 Tagen einmal um die Erde dreht, hat sich die Erde auf Ihrer Bahn um die Sonne auch etwas weiterbewegt. Damit der Mond der Sonne (und somit auch uns auf der Erde) wieder die selbe Seite zeigt, muss sich der Mond noch ein bisschen weiter drehen. So kommt es zu den 29,53 Tagen.
 
Ein flotter Geselle: Von der Erde aus betrachtet rückt der Mond in einer Stunde etwa um seinen eigenen Durchmesser am Firmament in Richtung Osten weiter (seine Bahngeschwindigkeit beträgt demzufolge gut 1 Kilometer pro Sekunde).