Der aktuelle Sternenhimmel

Die Karte zeigt den Sternenhimmel, wie er jeweils zur Monatsmitte zu den 5 oben angegebenen Zeitpunkten (Monat /Uhrzeit) zu sehen ist. Entlang der Ekliptik (grün) bewegen sich der Mond und die Planeten (hier nur Jupiter, Saturn, Mars und Venus). Die Mondphasen, die Position des Mondes bei Vollmond, und die Positionen und Bewegungsrichtungen der Planeten gelten nur für den gelb markierten Monat.
(Aktuelle Sternkarte: astronomischesjahr.de)


Der Sternenhimmel im April 2017

Was sich gerade am Himmel tut – Aktueller Sternenhimmel & aktuelle Sternbilder

Dies ist der aktuelle Sternenhimmel über Bayern für April 2017. Neben Daten zu Sonne, Mond, Planeten und Sternschnuppen-Schwärmen über Bayern zeigen wir Ihnen hier auch die aktuellen Sternbilder über Bayern, die im April 2017 am Sternenhimmel zu sehen sind.

 

I. Prominente Sternbilder im April:

Im Monat April ist der eindeutige Platzhirsch am Nachthimmel der Löwe mit seinem hellen Hauptstern Regulus. Ein kleines Stück in Richtung Westen stehen aber auch noch der Krebs und die Zwillinge mit ihren beiden hellen Hauptsternen Castor und Pollux hoch am Himmel. Der Fuhrmann hingegen taucht langsam immer weiter an den Westhorizont ab. Ebenso das wohl schönste Wintersternbild, der Orion. Durch die Ende März erfolgte Umstellung auf die Sommerzeit hat er noch etwas Schonfrist bekommen und erfreut uns mit seinem Anblick noch bis etwa Ende April über dem westlichen Horizont. Gleiches gilt auch für die schönen Plejaden, dem sogenannten Siebengestirn (ein kleiner offener Sternhaufen, der fast wie die Miniaturausgabe des kleinen Wagens aussieht). Indes steigt im Südosten die Jungfrau mit ihrem hellen Hauptstern Spica immer höher am Nachthimmel empor. Zugleich schieben sich über dem Ost- und dem Nordosthorizont die Sternbilder Herkules und die Leier immer weiter nach oben und kündigen damit schon bald bevorstehenden. Gegen Ende des Monats ist gegen Mitternacht dann auch schon der Schlangenträger hoch genug über den Südosthorizont gestiegen, so dass man auch dieses Sommersternbild schon fast in voller Pracht bestaunen kann.

II. Besonderes & Sehenswertes:

Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems steht Anfang April genau gegenüber der Sonne. Somit ist der Gasriese die ganze Nacht zu sehen; also vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang. Diese sogenannte Oppositionsstellung bedeutet auch, dass Jupiter dann den kleinstmöglichen Abstand zur Erde aus und das wiederum bedeutet, dass uns das vom Himmel entgegenfunkelnde Leuchtpünktchen, das uns leicht gelblich gefärbt erscheint, maximal hell vom Nahthimmel strahlt. Ganz besonders leicht findet man Jupiter am späteren Abend des 10. April. Dann nämlich steht der fast volle Mond nur etwa 3 Mondscheibendurchmesser von Jupiter entfernt. Immer eine Augenweise ist Jupiter mit seinen 4 Galiläischen Monden in einem Teleskop oder Großfernglas ab etwa 30-facher Vergrößerung. Lassen Sie sich das nicht entgehen, diesen Anblick mal zu bekommen.

 

Himmel am 10.04., 22.30 Uhr, Blickrichtung Südost:
Ein schöner Anbklick. Im Sternbild Jungfrau kommen sich am 10. April der Planet Jupiter und der Mond sehr nahe. Nur etwa 3 Mondscheibendurchmesser trennen die beiden Himmelskörper voneinander. Da Jupiter der Sonne genau gegenübersteht (die Erde also genau zwischen Sonne und Jupiter steht) leuchtet der Gasriese Jupiter derzeit ganz besonders hell und kräftrig. Hinweis: der Mond ist hier zur bessern Übersicht 5-fach so groß dargestellt, als wie er uns mit bloßem Auge am Himmel erscheint.

Bildquelle: Stellarium. Editierung: abenteuer-sterne.de

III. Sternschnuppen im April:

Wenigstens nicht ganz Schnuppe ist dem April das Thema Sternschnuppen. Denn mit den Lyriden gibt’s zumindest eine Handvoll Sternschnuppen pro Stunde. Und zwar in den Nächten um den 22. April. Zu dieser Zeit stört auch der Mond kein bisschen, so dass es dunkel genug sein wird, um diese Sternschnuppen auch beobachten zu können. Schuld an diesem Meteorstrom sind die die staubigen Hinterlassenschaften des Kometen /1861 G1 (Thatcher), die unsere Erde bei ihrem Weg um die Sonne durchqueren wird. Die Sternschnuppen sind mit ihrer Geschwindigkeit von knapp 50 km/s relativ flott unterwegs. Finden tut man sie am Himmel über dem westlichen Horizont bzw. genauer gesagt etwas westlich des Sternbildes Leier. Ab etwa 22.30 bis 23 Uhr steht dieser Bereich hoch genug über dem Westhorizont, so dass Beobachtungen Sinn machen. Wann genau das Maximum dieses Meteorstroms ist, ist leider nicht ganz klar. Darum lohnt es in der Nacht vom 21. auf den 22. April ebenso, wie in der Nacht vom 22. auf den 23. April (jeweils bis in die Morgenstunden). Wir wünschen Ihnen in jedem Fall viele Schnuppen und viele Wünsche.

IV. Die Planeten im April:

[alle mit freiem Auge sichtbaren Planeten sind berücksichtigt. Fotos der Planeten nicht maßstabsgerecht]

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Jupiter:
Der Gasriese steht am 7. April genau gegenüber unserer Sonne und damit hat damit auch den kleinstmöglichen Abstand zur Erde. Somit leuchtet der Planet Jupiter maximal hell vom Nachthimmel und zugleich ist er die ganze Nacht lang zu sehen. Er geht mit dem Sonnenuntergang am Osthorizont auf und geht mit dem Sonnenaufgang am Westhorizont unter. Unterwegs ist er gerade rückläufig durch die Sternbilder. Er wandert also derzeit von Ost nach West und nicht, wie die meiste Zeit im Jahr, von West nach Ost (was man rechtläufig nennt und den Normalfall beschreibt). Zu finden ist er im Sternbild Jungfrau und dort in relativer Nähe zum Hauptstern Spica. Am 10. April steht der Mond nur etwa 3 scheinbare Mondscheibchen-Durchmesser von Jupiter entfernt. Somit ist der Gasriese sehr leicht am Nachthimmel zu finden.

Saturn:
Der Ringplanet ist immer noch etwas für Frühaufsteher oder Sehr-spät-Zubett-Geher. Denn er geht am Monatsanfang über dem östlichen Horizont erst um etwa 2.30 Uhr auf (am Monatsende um etwa 0.45 Uhr). Seinen Höchststand am Himmel über dem Südhorizont erreicht Saturn in den ersten Apriltagen um etwa 6.30 Uhr (am Monatsende bereist gegen 4.30 Uhr). Saturn steht in dieser Zeit zwischen den Sternbildern Schlangenträger und Schütze und erscheint als etwas helleres, leicht gelbliches Leuchtpünktchen. Übrigens: Um die Ringe des Saturns zu sehen, braucht man ein Großfernglas oder Teleskop mit wenigstens etwa 30-facher Vergrößerung.

Mars:
Bis etwa 23 Uhr kann man den dezent rötlich leuchtenden Mars in Form eines kleinen, etwas helleren Lichtpünktchens im April beobachten. Und zwar über dem westlichen Himmels-Horizont zwischen dem Widder und dem Sternbild Stier.

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Venus:
In den letzten Monaten noch „Der Abendstern“, ist der Planet Venus ab etwa Mitte April dann wieder mal unser „Morgenstern“. Bis Ende April würde uns das weiße, helle Leuchtpünktchen dann Morgen für Morgen immer noch etwas heller erscheinen. Da sie jedoch nur sehr wenig hoch über dem Horizont steht und die Morgensonne das Szenario auch noch überstrahlt, sehen wir von der heller werdenden Venus leider kaum etwas. Sie erscheint uns nur als relativ schwach weißes Pünktchen am morgendlichen Dämmerungshimmel.

Merkur:
Der flinke Merkur ist seit Ende März am westlichen Abendhimmel sichtbar. Anfang April steht er immerhin über 10 Grad hoch über dem Horizont. Mit jedem Tag wird es aber dann schon wieder schnell schwieriger, ihn überhaupt noch ausfindig zu machen, weil er immer weniger weit hoch über den Horizont ragt.

Uranus:
Der ferne Gasplanet steht Mitte April von der Erde aus betrachtet genau zwischen Erde und Sonne und wird somit komplett überstrahlt. Uranus ist somit den ganzen April über nicht zu sehen.

 

Allgemeines zu Venus und Merkus: Venus und Merkur sind wegen ihrer Nähe zur Sonne immer nur in der Abend- oder Morgendämmerung zu sehen. Merkur steigt zudem immer nur knapp über den Horizont auf.

 

V. Wo ist die Sonne im April?:

sonne_purVon der Erde aus betrachtet, zieht die Sonne ihre Bahn von Ost nach West über den Himmel. Könnte man sie stark herunter dimmen, so würde man direkt hinter ihr den Sternenhimmel sehen. Man könnte nun beobachten, wie sie sich auf ihrer scheinbaren Bahn (Ekliptik) über den Himmel nach und nach durch die 13 Sternbilder (bzw. 12 Tierkreiszeichen) bewegt, die entlang der Ekliptik liegen. Sie bewegt sich dabei von West nach Ost. Aktuell sieht es so aus: Die Sonne steht noch bis 17. April im Sternbild Fische und tritt ab 18. April in den Widder, in dem sie bis 13. Mai verweilt. Bei den Astrologen steht die Sonne hingegen schon seit 21. März im Sternzeichen Widder und wechselt am 22.4. ins Sternzeichen Stier. Schuld an der Abweichung zwischen Astronomie & Astrologie ist das Wechselspiel zwischen Mond und Erde. Mehr dazu gibt’s bei den Sternführungen von abenteuer-sterne.de zu sehen und zu hören.

VI. Wo steht der Mond im April:

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Die Mondphasen im April gestalten sich folgendermaßen:
 
28.03. (04.57 Uhr) ► Neumond (Walfisch)
03.04. (20.39 Uhr) ► Halbmond (Zwillinge)
11.04. (08.08 Uhr) ► Vollmond (Jungfrau)
19.04. (11.57 Uhr) ► Halbmond (Schütze)
26.04. (14.46 Uhr) ► Neumond (Walfisch)

 
Am 28. März um 04.57 Uhr stand der Mond genau genau zwischen Sonne und Erde und bescherte uns somit einen Neumond (Mondsichel: 0%). Danach nahm die Mondsichel sukzessive wieder zu und landet am 3. April um 20.39 Uhr als Halbmond (Mondsichel: 50%) im Sternbild Zwillinge, bevor sie dann am 11. April um 08.08 Uhr aus dem Sternbild Jungfrau heraus als Vollmond erstrahlt (Mondsichel: 100%). Die Erde befindet sich zu diesem Zeitpunkt genau zwischen Sonne und Mond. Der Mond wandert dann weiter ostwärts am Himmel, nimmt dabei immer mehr ab und landet am 19. April als Halbmond im Schützen (Mondsichel: 50%). Mit jedem Tag nimmt die Mondsichel dann weiter ab bis unser Erdtrabant schließlich am 26.04. als Neumond (Mondsichel: 0%) im Sternbild Walfisch steht.

 

Allgemeines zum Mond

Unser Erd-Mond umrundet die Erde im Abstand von rund 380.000 Kilometer. Die Sonne strahlt dabei stets eine halbe Mondkugelfläche an. Je nachdem, wo sich die Erde bezüglich des Mondes befindet, sehen wir von dieser beleuchteten Halbkugelfläche entweder gar keinen Teil (= Neumond), einen anwachsenden Teil (= zunehmender Mond) oder schrumpfenden Teil (= abnehmender Mond), oder aber die volle Mondkugelhälfte (= Vollmond).
 
Bis der Mond bei seiner Reise durch die (Ekliptik-)Sternbilder wieder vor demselben Sternbild steht, dauert es 27,32 Tage (= siderische Umlaufzeit). So lange braucht der Mond einmal um die Erde. Von Vollmond zu Vollmond dauert es hingegen 29,53 Tage (= Lunation oder synodische Umlaufzeit). Denn während sich der Mond in 27,32 Tagen einmal um die Erde dreht, hat sich die Erde auf Ihrer Bahn um die Sonne auch etwas weiterbewegt. Damit der Mond der Sonne (und somit auch uns auf der Erde) wieder die selbe Seite zeigt, muss sich der Mond noch ein bisschen weiter drehen. So kommt es zu den 29,53 Tagen.
 
Ein flotter Geselle: Von der Erde aus betrachtet rückt der Mond in einer Stunde etwa um seinen eigenen Durchmesser am Firmament in Richtung Osten weiter (seine Bahngeschwindigkeit beträgt demzufolge gut 1 Kilometer pro Sekunde).